14 Kliniken aus der Pfalz protestieren
08.06.2026
Pressekonferenz live erleben
Die Pressekonferenz findet am Montag, den 8.06.2026, um 10.00 Uhr im Klinikum Ludwigshafen statt und wird live auf dem Youtube-Kanal des Klinikums Ludwigshafen übertragen.
Krankenhäuser der Pfalz warnen vor dramatischen Folgen des GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes
Krankenhäuser der Pfalz schlagen Alarm: Im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz im Klinikum Ludwigshafen haben die Geschäftsleitungen von 14 Krankenhäusern eindringlich vor den Folgen des geplanten GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes gewarnt. Der Gesetzentwurf führt zu massiven Finanzierungslücken, gefährdet die Versorgungssicherheit im Land und bedroht die Existenz zahlreicher Krankenhäuser. Ergänzt wurde die Pressekonferenz von einem gemeinsamen Protestzug sowie einer stillen Protestaktion.
Die Bundesregierung hatte den Gesetzesentwurf am 29. April 2026 beschlossen. Nach Berechnungen der Deutschen Krankenhausgesellschaft bedeutet er für die Krankenhäuser bundesweit einen Mittelentzug von bis zu 5,1 Milliarden Euro allein im Jahr 2027. Bis 2030 summieren sich die Kürzungen auf 12,8 Milliarden Euro.
14 Kliniken fordern verlässliche Krankenhausfinanzierung statt weiterer Kürzungen
„Wer Krankenhäusern bei bereits bestehenden Defiziten zusätzliche Mittel systematisch entzieht, während Kosten real steigen, erhöht nicht nur den wirtschaftlichen Druck erheblich, sondern gefährdet die stationäre Versorgung und nimmt Versorgungseinschränkungen bewusst in Kauf“, erklärt Frank Lambert, Vorsitzender der Krankenhausgesellschaft Rheinland-Pfalz e.V. (KGRP). Besonders kritisch bewerten die Klinik-Geschäftsleitungen die geplante Begrenzung der Vergütungsentwicklung. Künftig soll nicht mehr der jeweils höhere, sondern der niedrigere Wert aus Veränderungsrate und Orientierungswert für die Finanzierung maßgeblich sein. Zusätzlich ist von 2027 bis 2029 ein pauschaler Abschlag vorgesehen. Dadurch werde die Krankenhausfinanzierung dauerhaft von der tatsächlichen Kostenentwicklung entkoppelt. Tarifsteigerungen, inflationsbedingte Sachkostensteigerungen sowie steigende Personalaufwendungen könnten künftig nicht mehr ausreichend refinanziert werden.
Pflege und Beschäftigte besonders betroffen
Scharfe Kritik äußerten die Krankenhäuser insbesondere an den geplanten Eingriffen in die Tarifrefinanzierung und in das Pflegebudget. Die vorgesehene Kürzung der Tarifrate führe zu einer systematischen Unterfinanzierung der Personalkosten. Gleichzeitig solle das bisherige Selbstkostendeckungsprinzip im Pflegebudget aufgegeben werden. Hinzu komme die geplante Streichung der Finanzierung pflegeentlastender Maßnahmen, mit denen Pflegekräfte bislang von fachfremden Tätigkeiten entlastet werden konnten. „Für die Attraktivität des Pflegeberufes ist dies ein Tiefschlag. Unsere Mitarbeitenden sind das Rückgrat der medizinischen Versorgung. Ohne sie funktioniert kein Krankenhaus, keine Notaufnahme, keine Station und keine Pflege am Bett“, sagt Jan Stanslowski, Kaufmännischer Geschäftsführer des Klinikums Ludwigshafen.
Auswirkungen auf die regionale Versorgung
Die geplanten Maßnahmen führen bereits ab 2027 zu erheblichen finanziellen Verlusten in der Region Vorderpfalz. Gleichzeitig müssten die Kliniken weiterhin die gleiche Versorgungsleistung für die Bevölkerung sicherstellen.Die Krankenhäuser warnen davor, dass der Reformentwurf die notwendigen Investitionen in Personal, Infrastruktur und medizinische Leistungsangebote zunehmend verhindert. „Wenn medizinische Leistungen nicht mehr ausreichend finanziert werden, wird das medizinische Angebot für die Bevölkerung eingeschränkt und Krankenhaustandorte drohen zu verschwinden“, sagt Frank Lambert.
Gemeinsamer Aktionsplan gestartet
Die Pressekonferenz ist Teil eines gemeinsamen Aktionsplans der Krankenhäuser der Vorderpfalz, die sich an den bundesweiten Protestaktionen beteiligen. Ziel ist es, die Bevölkerung und politischen Mandatsträger frühzeitig über die Folgen des Gesetzentwurfes zu informieren. Zu den weiteren Maßnahmen gehören ein gemeinsamer Protestzug, an dessen Ende aus insgesamt rund 170 Kasacks ein SOS-Zeichen gebildet wird, sowie eine Lichtaktion: Am 10. Juni werden Krankenhäuser in rot beleuchtet. „Damit setzen wir ein eindeutiges Signal: Die Ampel steht auf rot“, betont Frank Lambert.
Die teilnehmenden Krankenhäuser und ihre Vertreter*innen im Überblick:
- BG Unfallklinik Ludwigshafen – Dr. Andreas Gather
- Cts Vinzentius Landau – Ilona Fleischer-Klisch
- Diakonissen-Stiftungskrankenhaus Speyer – Udo Langenbacher
- Krankenhausgesellschaft Rheinland-Pfalz e.V. (KGRP– Frank Lambert
- Klinikum Landau SÜW – Dr. Guido Gehendges
- Klinikum der Stadt Ludwigshafen – Jan Stanslowski
- Klinikum Worms – Daniel Herke
- Krankenhaus Zum Guten Hirten Ludwigshafen – Oliver Heath
- Kreiskrankenhaus Grünstadt – Markus Kieser
- Marienhaus Klinikum Hetzelstift Neustadt – Christian Link
- Pfalzklinikum für Psychiatrie und Neurologie AdöR – Paul Bomke
- St. Marienkrankenhaus/ St. Annastiftkrankenhaus – Marcus Wiechmann
- Sankt Vincentius Krankenhaus Speyer – Dr. Wolfgang Schell
- Stadtklinik Frankenthal – Dr. Andor Toth
Unsere Protesaktionen in Ludwigshafen und Speyer
Wir haben daher folgende Protestaktionen geplant:
- Wir informieren durch Plakate und eine Social Media Kampagne – bitte unterstützen Sie hier: teilen und verbreiten Sie unsere Posts! Folgen Sie uns auf Instagram.
- Am Montag, den 8.06.2026, um 10.00 Uhr findet eine gemeinsame Pressekonferenz der 14 Krankenhäuser statt. Diese wird auch live auf dem Youtube-Kanal des Klinikums Ludwigshafen übertragen. Schauen Sie uns zu.
- Am Montag, den 08.06.2026, um 11.00 Uhr findet in Ludwigshafen ein Protestmarsch zahlreicher Mitarbeitenden aus den Krankenhäusern der Pfalz und eine SOS-Fotoaktion statt.
- Am Montag, 08.06.2026, um 13.30 Uhr findet gemeinsam mit dem Diakonissen-Stiftungs-Krankenhaus und der Speyerer Oberbürgermeisterin ebenfalls eine SOS-Fotoaktion vor dem Dom statt.
- Am Mittwoch, 10.06.2026 werden in der Zeit von 21.30 - 23.00 Uhr alle teilnehmenden Krankenhäuser in der Signalfarbe ROT angeleuchtet – als Zeichen, dass es so nicht weitergehen kann und „die Ampel auf ROT steht“!
Es ist ein starkes Zeichen, dass wir uns als Krankenhäuser in der Pfalz zusammentun und gemeinsam protestieren – für Ihr Verständnis und Ihr Mitprotestieren danken wir Ihnen schon heute!
Kontakt
Krankenhaus Sankt Vincentius Krankenhaus
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Andrea Brönner
Telefon:
06232 133-284
E-Mail:
presse@vincentius-speyer.eu
Kontakt
Krankenhaus Zum Guten Hirten
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Nina-Maria Dorigo
Telefon:
06232 133-284
E-Mail:
presse@guterhirte-ludwigshafen.eu