Neue Behandlungsmethode in der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie

12.03.2026

Neue Behandlungsmethode in der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Ab sofort erfolgreich erprobte Elektrokonvulsionstherapie (EKT) möglich.

Die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie im Krankenhaus Zum Guten Hirten erweitert ihr Behandlungsangebot um die Elektrokonvulsionstherapie (EKT). Damit steht Patientinnen und Patienten mit schweren psychischen Erkrankungen ab sofort eine zusätzliche, wissenschaftlich fundierte Therapieoption zur Auswahl, die hauseigene Fachärzte und Fachpflegekräfte durchführen.

Die meisten psychischen Erkrankungen werden heute mit Psychotherapie oder Medikamenten behandelt – auch in der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie,  im Guten Hirten. Doch für manche Patientinnen und Patienten vor allem mit schweren, chronifizierten Depressionen reicht dies nicht aus. In solchen Fällen können das Ärzteteam um Susanne Glathe, Chefärztin der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie auch ab sofort mit einem sogenannten Hirnstimulationsverfahren helfen: der Elektrokonvulsionstherapie (EKT). 

„Das Verfahren ist schon seit vielen Jahren erfolgreich erprobt, besonders in skandinavischen Ländern und dem angloamerikanischen Raum ist es weit verbreitet“, so Glathe. Bisher konnte dies jedoch im Guten Hirten nur dank Kooperationskliniken realisiert werden. „ Es wurde immer schwieriger, Plätze für unsere Patienten zu finden. Das ist mit ein Grund, warum ich mich sehr darüber freue, dass wir diese erfolgsversprechende Behandlungsmethode unseren Patienten nun selbst anbieten können“, erklärt die erfahrene Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie. Zudem sei die Wirksamkeit auch wissenschaftlich belegt. Je nach Ausgangssituation und Vorbehandlung kann bei bipolaren Störungen oder Schizophrenien eine deutliche Verbesserung der Beschwerden festgestellt werden, bei Depressionen sogar in 60 bis 80% der Fälle.

Trotz dieser guten Ergebnisse gibt es oftmals falsche Vorstellungen über diese Therapieform. Darstellungen in älteren Filmen wie „Einer flog über das Kuckucksnest“ haben mit der heutigen Behandlungsrealität nichts gemein, berichtet die Chefärztin. Die moderne EKT ist ein streng kontrolliertes, medizinisch überwachtes Verfahren, das nur nach sorgfältiger Indikationsstellung durchgeführt wird. Generell ist die Behandlungsmethode bei allen erwachsenen Personen, die mind. 18 Jahre sind, möglich. Die Voraussetzungen, beispielweise bei Patienten mit therapieresistente Depressionen, sind, dass mindestens zwei medikamentöse Therapieversuche mit unterschiedlichen Substanzgruppen nicht ausreichend wirksam waren. 

Die EKT wird stationär im Krankenhaus durchgeführt, in einem extra dafür eingerichteten Behandlungsraum und immer im Rahmen einer Kurznarkose. Diese erfolgt in Zusammenarbeit mit Fachärzten der Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin im Sankt Vincentius Krankenhaus Speyer, das unter gleicher Trägerschaft der Krankenhaus-Stiftung der Niederbronner Schwestern steht. 

Bei der EKT, die nur wenige Minuten dauert, wird ein kontrollierter therapeutischer Krampfanfall ausgelöst. Hirnströme und Vitalfunktionen des Patienten werden dabei kontinuierlich überwacht. Das Risiko ist vergleichbar mit dem einer Kurznarkose, wie sie beispielsweise bei zahnärztlichen Eingriffen angewendet wird.

„Für die Patientinnen und Patienten ist die Behandlung schmerzfrei und den Krampfanfall nehmen sie bewusst überhaupt nicht wahr“, so Glathe und berichtet  über leichte Nebenwirkungen, die bekannt und gut behandelbar sind. Dies sind beispielsweise Angst vor der ersten Behandlung oder Kopfschmerzen und Muskelkater unmittelbar nach der Therapie. Im Verhältnis zur Schwere einer therapieresistenten Depression werde dies jedoch von den Patienten überwiegend als gering bewertet.

Wichtig zum einen ist der langfristige Beziehungsaufbau zwischen Patient und Therapeut und die damit verbundene Vertrautheit. Zum anderen ist eine gute und persönliche Aufklärung wichtig. Eine Behandlungsserie umfasst in der Regel zunächst zwölf Sitzungen, die zwei- bis dreimal pro Woche über einen Zeitraum von etwa sechs Wochen stattfinden. Der Behandlungserfolg wird objektiv erfasst, indem Patientinnen und Patienten vor und nach der Therapie standardisiert befragt werden. Viele berichten von einer sukzessiven Verbesserung ihres Gesundheitszustandes. Bei Bedarf kann die EKT auch zu einem späteren Zeitpunkt erneut durchgeführt werden.

Der Einführung der EKT ging eine intensive Projektphase voraus. Eine eigens gegründete Projektgruppe, bestehend aus Mitgliedern des multiprofessionellen Teams der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie sowie einer Kollegin der Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin des Sankt Vincentius Krankenhauses Speyer, bereitete die Umsetzung sorgfältig vor. Mitarbeitende wurden umfassend geschult und hospitierten zudem in anderen Kliniken, um eine optimale Versorgung im eigenen Haus sicherzustellen. Von der ersten Idee bis zum heutigen Einsatz waren neben der Chefärztin und dem Pflegedirektor Daniel Eisenhut, noch drei (Fach-)Ärzte und sechs Pflegefachkräfte maßgeblich beteiligt.

„Ich bin stolz auf unser Projektteam, das sich neben seinem herausfordernden Arbeitsalltag so stark engagiert hat – allen voran Rita Maria Steißlinger, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie und EKT-Projektleiterin“, betont Glathe.

Mit der Einführung der EKT unterstreicht das Krankenhaus Zum Guten Hirten seinen Anspruch, moderne, evidenzbasierte und patientenzentrierte Therapieangebote für psychisch kranke Menschen in Ludwigshafen bereitzustellen.

Kontakt

Krankenhaus Zum Guten Hirten
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Nina-Maria Dorigo

Telefon:
06232 133-284

E-Mail:
presse@guterhirte-ludwigshafen.eu


Cookie-Popup anzeigen