Kleine Erfrischung mit großer Wirkung: Wassereis und Melone für geriatrische Patienten
Die Hitzewelle der vergangenen Tage hat viele Menschen stark belastet – insbesondere ältere und gesundheitlich vorbelastete Patientinnen und Patienten. Auch in der Klinik für Geriatrie und Innere Medizin des Krankenhauses Zum Guten Hirten Ludwigshafen waren die hohen Temperaturen eine große Herausforderung. Doch eine Idee der Pflegedirektion sorgte für Abkühlung.
Die aktuelle Hitzewelle stellt sowohl Mitarbeitende als auch Patienten des Krankenhauses Zum Guten Hirten vor besondere Herausforderungen. Denn vor allem ältere Patienten leiden unter den hohen Temperaturen und sind in diesen Tagen besonders gefährdet. Der Grund: Bei älteren Menschen funktioniert die körpereigene Temperaturregulation häufig nicht mehr ausreichend. Gleichzeitig trinken viele Seniorinnen und Senioren zu wenig, obwohl der Körper bei Hitze besonders viel Flüssigkeit benötigt. Deshalb achten die Pflegekräfte der geriatrischen Stationen derzeit ganz besonders darauf, dass ihre Patientinnen und Patienten regelmäßig trinken.
Für eine willkommene Abkühlung sorgte am Wochenende eine besondere Idee von Pflegedirektorin Yvonne Aguntius. Rund 55 geriatrische Patientinnen und Patienten im Alter von 71 bis 97 Jahren wurden mit erfrischendem Wassereis und saftiger Wassermelone überrascht. Die kleine Aufmerksamkeit kam bei allen hervorragend an und sorgte trotz der hohen Temperaturen für viele lächelnde Gesichter.
Dr. med. Christine Weis, Ärztliche Direktorin im Krankenhaus Zum Guten Hirten und Chefärztin der Klinik für Geriatrie und Innere Medizin, weist darauf hin, dass Hitze für ältere Menschen ein ernstzunehmendes Gesundheitsrisiko darstellt.
„Mit zunehmendem Alter nimmt das Durstgefühl ab. Gleichzeitig sind Wahrnehmung und Mobilität häufig eingeschränkt. Wer nur schwer an Getränke gelangt oder eine Flasche nicht mehr selbst öffnen kann, trinkt automatisch weniger. Deshalb sind regelmäßiges Trinken und die Unterstützung durch Angehörige oder Pflegekräfte besonders wichtig“, erklärt die Geriaterin. Damit das Trinken leichter fällt, gebe es auf Station sogenannte Nasenbecher, die es ermöglichen, zu trinken ohne den Kopf zu sehr in den Nacken zu legen. Kleine Trinkerinnerungskarten auf dem Nachttisch ergänzen das Angebot auf Station.
Hinzu kommt, dass viele ältere Menschen aufgrund von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes oder neurologischen Erkrankungen verschiedene Medikamente einnehmen müssen. „Einige Arzneimittel können die Temperaturregulation des Körpers beeinflussen oder die Schweißbildung vermindern. Dadurch steigt das Risiko, dass der Körper überhitzt“, so Weis.
Typische Warnzeichen einer Hitzeerschöpfung seien unter anderem Schwindel, niedriger Blutdruck, schneller Puls, Appetitlosigkeit sowie kalte und feuchte Haut. Besonders gefährlich werde es bei einem Hitzschlag. „Heiße, trockene Haut, Fieber, oder Bewusstseinsstörungen sind Warnsignale, die unbedingt beachtet werden müssen. In einem solchen Fall muss sofort der Notruf 112 verständigt werden“, betont die erfahrene Fachärztin für Innere Medizin mit Schwerpunkt Geriatrie.
Da die Stationen des Krankenhauses derzeit nicht klimatisiert sind ist die Vorfreude bei den Mitarbeitenden auf den geplanten Erweiterungsneubau des Krankenhauses besonders groß. Im rund 90 Millionen Euro umfassenden Bauprojekt werden künftig neben der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie auch die Klinik für Geriatrie und Innere Medizin mit vier Stationen und insgesamt 70 Betten untergebracht. Zu den technischen Besonderheiten gehören moderne Heiz- und Kühldecken, die für eine zugluftfreie und gleichmäßige Temperierung der Patientenzimmer sorgen und damit den Komfort und die Aufenthaltsqualität deutlich verbessern werden. Bis zur geplanten Neueröffnung im Jahr 2031 werde man weiterhin mit kreativen Ideen versuchen, den Patientinnen und Patienten Erleichterung zu schaffen.
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Informationen zur Klinik
Die Klinik für Geriatrie und Innere Medizin unter der Leitung von Dr. med. Christine Weis behandelt Krankheitsbilder aus den Bereichen allgemeine Innere Medizin und Altersmedizin. Sie sind kompetenter Ansprechpartner für komplexe internistische Probleme insbesondere älterer Menschen. Das multiprofessionelle Team der Klinik besteht unter anderem aus Ärzten, Pflegefachkräften, Physio- und Ergotherapeuten sowie Neuropsychologen, Sozialdienst, Seelsorge und zwei Geront-Clowns. Das Besondere ist dabei die enge Zusammenarbeit der einzelnen Professionen. Die Klinik für Geriatrie und Innere Medizin verfügt über 64 Betten, die sich auf zwei Stationen verteilen und 6 Intensivbetten. Weitere Informationen zur geriatrischen Komplexbehandlung finden Sie hier.