Psychiatrie und Psychotherapie, Schwerpunkte
Elektrokonvulsionstherapie (EKT)
Die Elektrokonvulsionstherapie (EKT) ist eine wissenschaftlich fundierte und hochwirksame Behandlungsmethode für schwer psychisch erkrankte Menschen. In unserer Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie steht diese moderne Form der Hirnstimulation Patientinnen und Patienten mit therapieresistenten Erkrankungen direkt vor Ort zur Verfügung
Psychische Erkrankungen wie Depressionen, bipolare Störungen oder Schizophrenien lassen sich häufig gut mit Psychotherapie und Medikamenten behandeln. Bleiben Beschwerden trotz intensiver Therapie bestehen, kann die EKT eine zusätzliche Behandlungsoption sein.
Sie wird insbesondere eingesetzt, wenn:
- mindestens zwei medikamentöse Therapieversuche nicht ausreichend wirksam waren
- schwere Symptome eine rasche Behandlung erforderlich machen
- andere Therapieoptionen ausgeschöpft sind
Gerade bei schweren, chronifizierten Depressionen zeigt die EKT sehr gute Ergebnisse. Studien belegen eine deutliche Besserung in etwa 60–80 % der Fälle.
Die Behandlung ist für Erwachsene ab 18 Jahren möglich, insbesondere bei:
- schweren depressiven Episoden
- therapieresistenten Depressionen
- bipolarer Störung
- bestimmten Formen der Schizophrenie
- akuter Suizidalität oder starkem Leidensdruck
Die Entscheidung erfolgt individuell nach ausführlicher ärztlicher Aufklärung und sorgfältiger Diagnostik.
Die EKT ist ein streng standardisiertes und medizinisch überwachtes Verfahren.
- Kurznarkose durch Fachärztinnen und Fachärzte für Anästhesie
- Muskelrelaxation
- Auslösung eines kontrollierten therapeutischen Krampfanfalls
- kontinuierliche Überwachung von Hirnströmen und Vitalfunktionen
Die Behandlung erfolgt durch unser speziell geschultes EKT-Team aus Ärztinnen und Ärzten sowie Pflegefachkräften.
Die Narkose wird in Kooperation mit der Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin des Sankt Vincentius Krankenhauses Speyer durchgeführt.
Für Patientinnen und Patienten ist die Behandlung schmerzfrei. Das Risiko ist vergleichbar mit dem einer kurzen Narkose bei kleineren Eingriffen.
Unmittelbar nach der Behandlung können vorübergehend leichte Beschwerden auftreten, etwa:
- Kopfschmerzen
- Muskelkater
- kurzfristige Verwirrtheit
- Angst vor der Behandlung
Diese Nebenwirkungen sind in der Regel gut behandelbar und klingen schnell ab.
Eine EKT besteht aus einer Behandlungsserie von meist etwa 12 Sitzungen:
- zwei- bis dreimal pro Woche
- Dauer insgesamt etwa sechs Wochen
Der Behandlungserfolg wird systematisch überprüft. Bei Bedarf kann die Therapie später erneut durchgeführt werden.
Die Elektrokonvulsionstherapie stellt eine wirksame Option bei schweren psychiatrischen Erkrankungen dar. Für viele Betroffene bedeutet sie neue Hoffnung — insbesondere dann, wenn andere Therapien nicht ausreichend geholfen haben.
Kontakt
Bei Fragen zur EKT oder zu Behandlungsmöglichkeiten wenden Sie sich gerne an unsere Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie.
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Semmelweisstr. 7
67071 Ludwigshafen
Sekretariat
Caroline Drozdz
Christine Kneschk
Eva Wiegand
Telefon
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Fax
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